Wir wohnen auf dem Friedhof
Das ist kein geschmackloser Scherz, sondern eine mögliche Wohnperspektive in Berlin.
Unsere Hauptstadt leidet bekanntlich unter leeren Kassen. Dadurch blüht die Kreativität in Sachen Einsparprogramme. Inzwischen treffen die Sparmaßnahmen nicht nur die Lebenden. Friedhöfe zu pflegen ist teuer, sie nehmen sehr viel Platz in Anspruch und ein Grab zu verkaufen, wirft bei weitem nicht so viel Gewinn wie ein Grundstück ab. Sie ahnen die Lösung? Es steht tatsächlich zur Diskussion, Friedhöfe in Baugebiete zu verwandeln. Lesen Sie die ganze Geschichte: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/1027930/ .
Die in dem Beitrag erwähnten Pros und Contras decken sehr viele Aspekte der Problematik ab. Ich vermisse leider wieder die Geomantie. Über die Kraft und Energie, die Friedhöfe mit sich bringen, macht man sich, zumindest offiziell, keine Gedanken. Es geht mir dabei nicht um Schauergeschichten und Zombis, sondern einfach um die Würdigung eines Ortes, an dem das Leben ruht. Diese Qualität unterstützt den Rückzug, hilft Abstand zu gewinnen und bleibt in ihrer Entwicklung stehen. Ohne diese Seite des Seins, verliert die Polarität des Lebens ihren Sinn. Mit solchen Projektideen sparen wir uns nicht nur krank, sondern wörtlich tot.
Aber vielleicht lässt sich noch eine andere Lösung finden. Man könnte z.B. eine schöne, große Brücke über die Friedhöfe bauen. Über ein passendes Musterobjekt habe ich vor kurzen berichtet.
Mit sparsamen Grüßen
Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de
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