Coworking

hat nichts mit Kühen zu tun. Scheint ne neue Welle zu sein, die ganz bestimmt wieder aus Amerika zu uns geschwappt ist. Dachte ich so bei mir und scheute mich nicht, mich umzuschauen und umzuhören.
Wikepedia definiert: Coworking (auch Co-working, engl. “zusammen arbeiten”) ist ein sich seit einigen Jahren abzeichnender Trend im Bereich Neue Arbeitsformen. Freiberufler, Kreative und kleinere Startups, die unabhängig voneinander agieren oder in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, arbeiten in einem meist größeren Raum zusammen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Coworking ermöglicht die Bildung einer Gemeinschaft (”Community”), welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops, und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel. So geschaffene Räumlichkeiten werden auch „Coworking Spaces“ genannt.

Seit einigen Jahren also. So, so. Also doch nicht sooo neu. Je nun. Ein Schattendasein, wie mir scheint. Sonst hätten wir doch viel mehr darüber gehört, oder?! Anscheinend aber doch nicht. Nicht gerade flächendeckend hat sich dieses Coworking bei uns ausgebreitet. Eher in den Ballungsgebieten unseres Landes, vereinzelt auch in ländlicheren Regionen (http://www.coworking-. . . verzeichnis/ ). Coworking, ein neues Zeichen der Zeit? Eine Maßnahme gegen den kleinen Motivationsschwund zwischendurch? Klar doch! „Kollege Ich“, wie die freie Journalistin Gudrun Sonnenberg den Alleinschaffenden nennt, kommt aus seiner splendid isolation heraus und knüpft wieder zwischenmenschliche Kontakte. Und vernetzt sich so ganz nebenbei dabei.
Das ist genau das, was das Jahr 2010 von uns fordert und gleichzeitig auch unterstützt: Gemeinschaft. Nicht gegen-, nicht neben-, sondern miteinander. Das ist das Thema dieses Jahres. Zugegeben, Gemeinschaft und Vernetzung lassen sich auch bewerkstelligen, ohne dass man sich zusätzlich einen Schreibtischplatz mietet. Das miteinander-ins-Gespräch-kommen scheint in solcher Umgebung aber für manche viel einfacher zu sein, als sie es z.B. von Visitenkartenpartys kennen.
Übrigens, wer ungenutzten Platz sein eigen nennt, kann diesen leicht möblieren und platz- und zeitweise vermieten. So kann Coworking auch noch zu einer lukrativen Geschäftsidee werden. Die 2. Fliege in der selben Klappe: für Gemeinschaft und Vernetzung müssen keine Wege zurückgelegt werden. Die Fete findet im eigenen Hause statt.

Unsere Gemeinschaft grüßt

Bodo Trieb

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3 Kommentare »

  Hedwig Seipel schrieb am 13 Januar 2010 um 11:42 Uhr:

Hi Bodo,

ich würde es eher Großraumbüro 2.0 nennen ;-) .

Hetti

  Sven Christeleit schrieb am 13 Januar 2010 um 21:08 Uhr:

Hi Bodo,
das ist ein schönes Thema für 2010.

Sven

  RalfLippold schrieb am 14 Januar 2010 um 01:15 Uhr:

Was CoWorking heute ist haben meine Eltern bereits in 1980 mit CoLiving begonnen, das sich auch Haustausch oder Homeexchange nennt.

Die gleichen Phänomene wie beim CoWorking tauchen auf:

- neue ungewohnte Umgebungen
- ständig wechselnde Herausforderungen, wenn der Nachbar von gegenüber klingelt und zum Tee einlädt
- was machen, wenn einem der teure Toyotoa-Tundra im fremden Haus zur Verfügung steht? Fahren wie den eigenen oder heizen wie ein Blöder?
- welche Überraschung erwartet einen morgen im Haus, das man nicht kennt?
- wo finden sich die Beschreibungen für die diversen Geräte wie Klimaanlage, Kühlschrank, Garagenöffner, etc.? Etwa auch so perfekt wie zu Hause? Was kann man da noch lernen?
- Wie wird sich das Netzwerk von Freunden erweitern?
- Wird man schon den Urlaub für das nächste Jahr mit den Nachbarn organisieren können?

…. so bin ich seit 30 Jahren das Co(Working)HomeExchanging gewöhnt, dass ich schon lange nicht mehr dran gedacht habe (danke für die Erinnerung;-)) und ist es klar:

Was für mich so selbstverständlich ist, Dinge, Häuser, Autos und auch Informationen teilen, um gemeinsam mehr zu schaffen, ist nicht für jederman so normal;-)

Das zu verstehen und die anderen langsam an das Phänomen CoWorking heranzuführen, wird die Herausforderung der nächsten Monate und Jahre sein.

CoWorking ist auch ein bisschen Urlaub – und so soll es sein: mit netten Leuten gute Gespräche führen und Dinge umsetzen, wie damals am Strand mit den Jungen von nebenan aus der Schweiz die Sandburgen zu bauen, über die wir uns beide freuten:-)

Schöne Grüße aus dem LockOffice (nach einem wunderbaren Workshop zu Work 2.0, übrigens auch unter Twitter #work20 getaggt)

Ralf

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