Shanghai 1990. In einem Kanal in der Nähe der Stadt wird eine Leiche gefunden. An sich nichts besonderes, wäre es nicht die Leiche einer bekannten nationalen Modellarbeiterin gewesen.
Oberinspektor Chen, Leiter einer Spezialabteilung für politisch brisante Fälle, übernimmt den Fall, obwohl er davon überzeugt ist dass es sich um einen gewöhnlichen Mordfall handelt.
Das ändert sich, als sich herausstellt dass die perfekte Modellarbeiterin gar nicht so perfekt gelebt hat und zudem so mancher hochrangige Parteikader in den Fall verwickelt ist.
Fast hätten die Nachforschungen in diesen Kreisen Chen seine Karriere gekostet, aber er hat auch so seine Beziehungen. Die Geschichte endet mit einem wahren Paukenschlag und der Oberinspektor sitzt wieder fest im Sattel. Obwohl er sich gar nicht so sicher ist, ober das überhaupt möchte. Viel lieber würde er seiner wahren Passion, dem Verfassen von Gedichten nachgehen.
Zur Polizei kam er nämlich gezwungenermaßen, nachdem er nach seinem Studium am Pekinger Fremdspracheninstitut eigentlich eine Karriere im Außenministerium bekommen sollte.
Dummerweise hatte er einen Onkel, den er zwar nicht kannte, der aber Anfang der 50er Jahre als Konterrevolutionär hingerichtet wurde. Mit einem solchen familiären Hintergrund durfte er nicht mehr all zu viel erwarten und so wurde ihm der Polizeijob zugeteilt.
Warum ich dieses Buch hier vorstelle? Nun die Story ist nicht all zu ungewöhnlich für einen Krimi, aber man lernt aus diesem Buch unglaublich viel über die jüngere Geschichte Chinas. Von den Zeiten als Mao an der Macht war und danach.
Man erfährt mit welchen Problemen die Menschen Anfang der 90er in China und vor allem in den überfüllten Städten zu kämpfen hatten, als ganze Familien in einem kleinen Zimmer leben mussten.
Man erfährt einiges über die Funktionsweise der Gesellschaft zu dieser Zeit und lernt so manches in der chinesischen Gesellschaft besser zu verstehen. Vor allem, dass sich die Chinesen von uns gar nicht so stark unterscheiden wie uns das unsere (nicht weniger zensierten) Medien glauben machen wollen.
Der Autor:
Qiu Xiaolong, 1953 in Shanghai geboren, arbeitete als Übersetzer und veröffentlichte Lyrik. 1989 reiste er in die USA und beschloss nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens, nicht nach China zurückzukehren.
Seit 1994 lehrt er an der Washington University St. Louis Chinesische Literatur und Sprache.
Qiu Xiaolong
Tod einer roten Heldin
2004. 464 Seiten
Format 18,8 x 12 x 2,8 cm
€ [D] 9,90
ISBN-10: 342320740X
ISBN-13: 978-3423207409
Gerhard Zirkel
Berater für chinesische Raum- und Landschaftspsychologie
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