Architektur psychologisch betrachtet

Feng Shui ist nichts anderes als Raumpsychologie. Zu diesem Schluss kommt man schnell, wenn man sich tiefer und vor allem nicht gar so esoterisch mit der Materie Feng Shui befasst.

Grund genug, einmal die psychologische Seite etwas näher zu betrachten. Den Anfang mache ich mit „Architektur psychologisch betrachtet von Antje Flade“.

Eine etwas ausführlichere Rezension findet sich übrigens unter www.feng-shui-direkt.de oder unter www.feng-shui-suche.de hier nur die Kurzfassung:

Die Autorin beginnt mit den Grundlagen der Architekturpsychologie, gefolgt von den Problemen die sich ergeben, wenn Architekten, Psychologen und Bauherren mit ihren unterschiedlichen Ansichten aufeinander treffen.

Gleich im Anschluss steigt das Buch in die Theorie der Architekturpsychologie ein, Begriffe wie Individualität und Einheitlichkeit werden erläutert, unterschiedliche Betrachtungsweisen von Frauen und Männern, bis zur Architektur und ihr Umgang mit alter und neuer Baukultur kommen an die Reihe.
Die üblichen Forschungsmethoden der Psychologie im Allgemeinen und in Bezug auf die Architekturpsychologie werden erklärt und vor allem auch die Frage, warum es überhaupt Theorie und Modelle geben muss um solche Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Mensch- Umwelt Beziehungen und die dabei ablaufenden psychologischen Prozesse werden erklärt, Von der Orientierung des Menschen im Raum über die Umweltwahrnehmung, Emotionen, Umweltkontrolle, Ortsbindung bis hin zu Stress auslösenden Faktoren.

Die Kapitel 5 und 6 beschäftigen sich dann konkret mit der Gestaltung von Umwelten für diverse Anwendungsbereiche und Zielgruppen, wobei ein Schwerpunkt auf Kindern, alten Menschen und Menschen mit Behinderungen liegt.

Fazit:

Reines Feng Shui, nur unter einem wissenschaftlichen Begriff. Die im Buch beschriebenen raumpsychologischen Interaktionen sind genau das, was auch das chinesische Feng Shui zu ergründen sucht, lediglich die Begrifflichkeiten sind anders und die Architekturpsychologie wurde noch nicht so durch den Esoterik-Kakao gezogen wie das Feng Shui.

Ich kann dieses Buch nur jedem Feng Shui Berater und Anwender ans Herz legen, wenn er einmal über seinen Tellerrand hinaus und in die elitäre Welt der Wissenschaft hinein schauen möchte.

Die Autoren:

Dr. Antje Flade ist Diplompsychologin und war nach ihrer Tätigkeit an der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Frankfurt in der Grundlagenforschung tätig. Seit 2006 widmet sie sich dem Ziel, Erkenntnisse der Wohn-, Architektur- und Stadtpsychologie weiter zu geben.

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann ist Diplom-Psychologe und begleitet als Sozialplaner für Behindertenhilfe und in Forschungsprojekten zahlreiche Bauvorhaben. Seit 2003 lehrt der Psychologie im Fachbereich „Sozialwesen“ an der katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Münster.

Dipl. Ing. Richard Röhrbein war in leitenden Stellungen im Bereich der Stadtplanung in Lübeck, Berlin und Potsdam tätig.

Dr. Manfred Sack ist ein bekannter Architekturkritiker und war bis 1997 Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Antje Flade unter Mitarbeit von Friedrich Dieckmann und Richard Röhrbein. Mit einem Vorwort von Manfred Sack.
Architektur psychologisch betrachtet
2008. 334 Seiten
Format 21,8 x 14 x 1,8 cm
€ [D] 24,95
ISBN-10: 3456846126
ISBN-13: 978-3456846125

Gerhard Zirkel
Berater für chinesische Raum- und Landschaftspsychologie
www.feng-shui-direkt.de
www.feng-shui-suche.de

Stichwörter:,,

Ähnliche Artikel:
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

3 Kommentare »

  Das verbotene Buch schrieb am 28 Juni 2009 um 18:06 Uhr:

[...] der Lektüre eines Psychologiefachbuches kann es nicht schaden, einmal etwas leichtere Kost zu sich zu nehmen. Eine nette Möglichkeit [...]

  Sonja M. Berndl schrieb am 28 Juni 2009 um 23:59 Uhr:

Ein sehr interessantes Buch, gell??? Ich war wegen der wissenschaftlichen Erklärungen auch äußerst begeistert von diesem Buch. Das ist sozusagen meine Bibel für Feng-Shui-Erklärungen geworden (auch wenn Antje Flade das so nicht beabsichtigt hat und so auch nicht sieht). Ich sage seither immer: “Im Feng Shui nennt man das so (z. B. Schildkrötenaspekt)…” und in der “Architektur-Psychologie heißt das so (z. B. territoriale Kontrolle)…”.

Von Antje Flade gibt es außerdem auch noch “Wohnen. Psychologisch betrachtet”. Darin hat sie auch einen Mini-Ausflug zum Thema “Feng Shui” gemacht. Sie schreibt, dass man Feng Shui in Europa nicht braucht, weil man es nicht wissenschaftlich erklären kann. Vielleicht hat sie sich einfach zu wenig mit Feng Shui beschäftigt? Schließlich liefert sie am laufenden Band die wissenschaftlichen Erklärungen dafür, warum Feng Shui dem Menschen Gutes tut. Die Begriffe sind halt andere. Das hat sie wohl nicht überrissen. :-)

Herzliche Grüße!

Sonja

  Wohnen psychologisch betrachtet schrieb am 13 Januar 2010 um 14:59 Uhr:

[...] ich vor einiger Zeit schon das Buch “Architektur psychologisch betrachtet” vorgestellt hatte, nun das zweite Buch aus dieser Reihe von der Autorin Antje Flade, “Wohnen [...]

Ihr Kommentar: Bitte beachten: Regeln für Kommentare

HTML-Tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>