Ich war Jack Falcone

Ich war Jack FalconeOK, das Buch passt jetzt nicht ganz zum Thema des Feng Shui Blogs, es sei denn für die Kollegen die für die Mafia arbeiten möchten – was vermutlich gar nicht so unlukrativ wäre. Dennoch möchte ich es hier vorstellen, denn mich hat es sehr beeindruckt.

Vielleicht, weil es auf einer wahren Geschichte basiert, die noch gar nicht so lange her ist, vielleicht weil es einfach gut geschrieben ist, vielleicht auch weil mich das Thema Mafia immer schon interessiert hat.

Es handelt von einem Herrn namens Joaquin Garcia, der in Kuba aufwuchs und im Kindesalter vor Castro nach Amerika flüchten musste. Dort hatte er erst einmal nichts außer sich selbst, schaffte es aber sich durch die Schule zu boxen, auch aufgrund seiner Erfolge im Football.

Er ging danach zum FBI, was aufgrund seiner gewaltigen Körperfülle nicht leicht war und erst beim zweiten Anlauf klappte. Dort stellte sich schnell heraus, dass er kein Schreibtischtäter sein würde, sondern eine besondere Begabung für die verdeckte Ermittlung hatte. Das ist beim FBI wohl die absolute Ausnahme, was ihn nicht immer beliebt gemacht hat.

Er beschreibt im vorliegenden Buch seinen Werdegang vom FBI Einsteiger über die ersten kurzen undercover Einsätze bis hin zu einem in der Geschichte fast einmaligen Einsatz innerhalb der New Yorker Mafia.

Seinem Aussehen, 1,93m groß und 170 kg schwer, hatte er es zu verdanken, dass er während seiner 26 jährigen Dienstzeit beim FBI nicht ein einziges Mal als Agent enttarnt wurde. So mancher Drogendealer, Hehler und Terrorist vertraute ihm schon nach kurzer Zeit blind, was sie zu dutzenden hinter Gitter brachte.

Ob in den Badlands von Philadelphia, in Mexiko oder in New York, er verstand es sich in den Kreisen der Verbrecher einzuführen, Geschäfte einzufädeln und Beweise zu sammeln. Beeindruckend ist, dass er teilweise an fünf Fällen in verschiedenen Regionen gleichzeitig arbeitete, dabei weder mit Namen noch mit Geschichten durcheinander kam und sich zudem noch um seine Frau und seine Tochter kümmern konnte.

Fast durch Zufall bekam das FBI schließlich die Gelegenheit ihn unter dem Namen Jack Falcone als verdeckten Ermittler in einen Mafiaclan einzuschleusen. Er bekam dafür eine regelrechte Gangsterausbildung, lernte zu reden wie ein Mafioso, sich zu bewegen wie ein Mafioso und vor allem zu essen wie ein Mafioso. Denn für einen aus Kuba stammenden Amerikaner ist es sicher nicht leicht einen Italiener zu spielen.

Zweieinhalb Jahre hielt er sich in diesem Millieu auf, wurde zum Vertrauten eines wichtigen Capo der Mafia und war kurz davor, als reguläres Mitglied in die Mafia aufgenommen zu werden – wenn das FBI nicht kurz vorher den Fall geschlossen hätte, warum auch immer.

Fazit:

Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen und dabei noch gelernt dass die Mafia genau so ist wie sie in Filmen immer dargestellt wird und gleichzeitig überhaupt nicht. Einige Klischees stimmen und werden penibel gepflegt, andere sind wieder völlig absurd.

Bei den Gewinnspannen der verschiedensten Verbrechen kamen mir fast die Tränen, hier eine Million, dort zehn, oder 100 – ein Feng Shui Berater muss zuweilen um 100 Euro Stundenlohn kämpfen … – aber dafür kommen wir auch nicht in den Knast.

Auf Joaquin Garcia wurde nach dem Fall ein Kopfgeld in Höhe von 250.000 Dollar ausgesetzt, was sein Leben im Allgemeinen auch nicht leichter machen dürfte.

Die Autoren:

Joaquin Garcia stand 26 Jahre lang als Special Agent in den Diensten des FBI. Er zählte zu den wenigen Beamten die nur undercover eingesetzt wurden. Für seine Leistungen im Kampf gegen das Verbrechen wurde er von den Bundesstaatsanwaltschaften in Philadelphia, New York, Boston und Miami mit Preisen geehrt.

Außerdem erhielt er die Auszeichnung des FBI für Außergewöhnliche Leistungen in der Ermittlungsarbeit sowie den Lifetime Achievement Award der Federal Law Enforcement Foundation.

Michael Levin ist Autor und Ghostwriter in Orange County, Kalifornien, wo er eine Ghostwriting-Agentur betreibt.

Joaquin Garcia und Michael Levin
Ich war Jack Falcone
2009. 300 Seiten
Format 21,6 x 15,7 x 2,8 cm.
€ [D] 19,90
ISBN-10: 3868830189
ISBN-13: 978-3868830187

Gerhard Zirkel
Berater ohne Verbindungen zur Mafia
www.feng-shui-direkt.de
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8 Kommentare »

  Silvia Schneider schrieb am 20 April 2009 um 11:41 Uhr:

Hallo Gerhard,
es war ein Genuss mit Spannung deine Ausführungen über dieses Buch zu lesen und ich denke es wird meine nächste Urlaublslektüre werden – auch wenn es wenig mit Feng Shui zu tun hat.
Witzig finde ich das Klischee der “Dicken”, denen man schnell vertraut – wie im Buch beschrieben- Es kommt wohl immer auf die Berufssparte an der man angehört, die man quasi verkörpert….. und auf den ersten Eindruck den man gibt………Einem dicken Koch unterstellt man, dass er gut kocht. Eine Ernährungsberaterin muß schlank sein um glaubwürdig rüber zu kommen; ein Sportlehrer gut durchtrainiert…. usw.
Aber wo ordnet man Feng Shui Berater/in ein????? Dick oder dünn? Sollten wir eher zu- oder abnehmen?

Silvia

  Gerhard Zirkel schrieb am 20 April 2009 um 13:00 Uhr:

Hi Silvia,

Feng Shui Berater müssen hoch spirituell rüberkommen, immer harmonisch, immer verständnisvoll und eher schlank bis hager. Denn selbstverständlich ist ein derart penetrant spiritueller Mensch auch Veganer, trinkt weder Alkohol noch Kaffee (Das Thema hatten wir ja schon) und ist auch sonst enthaltsam.

Das mit dem schlanksein bekomme ich gerade noch hin … :)

Gerhard

  Sylvia schrieb am 20 April 2009 um 13:16 Uhr:

Hi Gerhard,

Heute mittags war im Radio der Autor & Journalist zu Gast, der ein Buch über die österreichische Unterwelt geschrieben hat.
Und damit sind keine Höhlenforschungen gemeint.

Der Oberunterwelter ist 38 Jahre alt, stammt aus dem ehemaligen Yugoslawien – der Autor kennt ihn persönlich – ist Veganer (ist mit einem s !) , raucht nicht, trinkt keinen Alkohol und lebt nach der Philosophie von Laotse.

Da sieht man wieder wohin das führt, wenn man sich zuviel mit dem *heilsbringenden* China auseinandersetzt :-)

Steht wohl eher das geldbringende China im Vordergrund, äh Untergrund, oder ?

Sylvia

  Marianne Rattay schrieb am 20 April 2009 um 14:42 Uhr:

Hallo Sylvia,
Hitler war übrigens auch Vegetarier und Österreicher,wobei letzteres selbstvertändlich nichts heißen soll,außerdem soll er die Marotte gehabt haben,in den teppich zu beißen(??),dünn und klein war er auch.
LG Marianne

  Sylvia schrieb am 20 April 2009 um 15:07 Uhr:

Hallo Marianne,

Vegetarier holen sich die Fleischeslust offenbar kompensatorisch woanders.
Vielleicht war der Teppich ja aus Schafwolle ;-)

… dünn und klein war er *auch*… Wie wer ? Gerhard ist -soweit erinnerlich eher schlank und groß und ist ständig Wiener Schnitzel.

Das mit dem *in denTeppich beißen* konnte ich bis dato (noch) nicht bei ihm beobachten, aber ich halte Dich diesbezüglich auf dem Laufenden :-)

Viele Grüße aus Schnitzelland
Sylvia

  Marianne Rattay schrieb am 20 April 2009 um 18:25 Uhr:

Hi Sylvia
Nun es käme mir doch nie in den Sinn unseren lieben Gerhard mit Hitler zu vergleichen.
Ich erwähne das mit dem Vegetarismus bei Hitler nur gegenüber militanten Vegetariern,wenn die mal wieder behaupten,sie seinen die besseren Menschen,weil sie keine Tiere töten.Und wo hat das hat das bei H schließlich hingeführt…
Wiener Schnitzel ist übrigens einer meiner Leibspeisen.
LG Marianne

  Silvia Schneider schrieb am 20 April 2009 um 18:42 Uhr:

Hallo Gerhard,
also mit dem schlank bekomm ich auch noch so hin -aber Veganer, i mmer harmonisch, immer verständnisvoll, kein Kaffee oder mal Alkohol — wer will denn von solchen in allen Lebensbereichen abstinenten Beratern beraten werden? : )) Hoch spirituell lasse ich mir ja noch gefallen — ab und zu jedenfalls-. : )) Hager und dürre Berater, egal welche Branche kommen doch eher als hungrig rüber, so als hätten sie ein hartes Brot zu verdienen, oder wenig Zeit zum Genießen …. Hagere, dünnen Unterweltlern vertraut man ja auch nicht. so schnell…, in deinem Buchvorschlag doch eher dem “Dicken” Ich für meinen Teil finde Feng Shui Berater passen sowohl ins “Dicke” als auch ins “Dünne”

Viele Grüße von dern genußvollen Mosel
Silvia

  Sylvia schrieb am 20 April 2009 um 22:04 Uhr:

Hi Marianne,

Ich denke, wir sind alle Vegetarier – direkt oder halt indirekt:
Die einen sind Vegetarier und die anderen essen Vegetarier :-)

Liebe Grüße
Sylvia
Beilagenvegetarierin

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