Amoklauf

Nur kurz am Rande. Während sich ganz Deutschland schon wieder über Killerspiele und Games aufregt und strengere Waffengesetze fordert, hat ein Blogger sein Hirn eingeschaltet und einen Artikel geschrieben der den wirklichen Kern der Sache trifft:

http://www.graubrotblog.de/2009/03/14/unfassbar/

Gerhard Zirkel
der auch mal Schüler gewesen ist …

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3 Kommentare »

  Sven schrieb am 15 März 2009 um 22:32 Uhr:

Nicht jeder Loser nimmt sich eine Waffe und erschießt im Straßenkampf Menschen. Dazu braucht es eine innere Verrohung. Diese wird durch das nicht Kümmern der Mitmenschen ( Eltern, Freunde, Lehrer) gefördert, und durch die gehirwäscheartige Prägung durch immer gleiche Verhaltensmuster. Gewaltrollenspiele verändern die Psyche nachhaltig.

I Ging 27- Die Ernährung: Du bist was du zu dir nimmst. Dabei ist es egal ob echte Nahrung oder geistige Nahrung gemeint ist. Gewaltballerspiele gehören dazu.
Sie müssen verboten werden.
Die schulischen Umstände sind so wie im graubrotblog beschrieben, mir selbst aus leidvoller Erfahrung bekannt. Ich währe nur nie auf den Gedanken gekommen, mich so gegen sie zur Wehr zu setzen. Da hätte es den vorher beschriebenen Einflüssen , mit ihren wesenverändernden Prägungen bedarft.

Hirn einschalten bedeutet für mich, die Gewaltkillerspiele , die mit Millionenaufwand produziert werden, zu verbieten, und die ganze Filmscheiße die unreglementiert ab 22:00 Uhr für jedermann im Fernsehen oder durch Filmverleihe zugänglich ist, auf den Index zu setzen.

Graubrots Äußerungen bringen mich da nicht weiter.

  Gerhard Zirkel schrieb am 15 März 2009 um 22:50 Uhr:

Hi Sven,

ich denke, Filme und Spiele machen nur eines, sie lassen uns das töten von Menschen zur Normalität werden. In jeder billigen Fernsehserie werden Menschen erschossen, erstochen, etc.. – das alles trägt dazu bei, dass es uns normal erscheint.

Dennoch sind sie nicht der Auslöser für den Hass, der für einen Amoklauf erforderlich ist. Meiner Ansicht nach ist es das schlimmste, sich als Jugendlicher ständig Mißverstanden und vor allem nicht ernst genommen vorzukommen – irgendwann gibt es dann keinen sichtbaren Ausweg mehr.

Wenn du jahrelang machen kannst was du willst (positiv oder negativ) und sich trotzdem niemand darum kümmert was “das Kind” so macht, denkt und fühlt, wenn du dich verhalten kannst wie du willst, ohne dass es jemand nur ansatzweise wahrnimmt, wenn deine Probleme sowieso nicht wichtig sind und deine Meinung erst recht nicht, dann pflanzt das einen ziemlich tiefen Hass.

Wenn sich dieser Hass mit einer gewissen Gewaltbereitschaft, Gewöhnung durch Spiele/Filme und einer Waffe paart, dann enstehen Amokläufer – das wird ganz sicher nicht der letzte gewesen sein und schärfere Waffengesetze oder das alleinige Verbieten von Gewaltspielen werden das Problem nicht lösen.

Gerhard Zirkel – waffenlos

  Sven schrieb am 15 März 2009 um 23:24 Uhr:

Durch die Ohnmacht, des eigenen Demütigung, staut sich das Wasser an. Ob es als Springflut sich ergießt, oder allein durch die Sonne langsam verdunstet, hängt von den Umständen der äußeren Einflüsse ab.
Ich kann dir in deiner Argumentation folgen, dass die verrohenden Bilder mancher Medien, den “Hass” ( Verzweiflung?) nicht auslösen.
Aber die Stärke und die Wucht der Entladung , kann durch die Einflüsse der Gesellschaft beeinflusst werden.
Das wir mit unserem System, die Loser erzeugen, ist eine andere Geschichte.

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