April 28, 2008 at 13:58
· in Kategorie für Profis
In meinem letzten Artikel, der Vorstellung von „Orientierung mit Karte, Kompass, GPS“ erwähnte ich das Phänomen der Inklination.
Der Kompass, bzw. die Kompassnadel macht nichts anderes als sich entsprechend dem vor Ort herrschenden Magnetfeld in Nord-Süd-Richtung auszurichten. Im Volksmund sagt man „Die Nadel zeigt nach Norden“.
Abgesehen vom Unterschied zwischen dem geographischen und magnetischen Norden, der Deklination, gibt es noch ein weiteres Phänomen das uns hierzulande erst einmal gar nicht auffällt.
Das Erdmagnetfeld verläuft nämlich nicht parallel zur Erdoberfläche, vielmehr taucht es je weiter man in Richtung der Pole kommt, in den Erdkörper ein. Dass bedeutet in der Praxis, dass eine Kompassnadel die am Äquator noch schön waagerecht liegt in Polnähe immer weiter kippt. An den Polen würde sie sich gar senkrecht stellen.
Eine Kompassnadel, die sich nicht in der Waagerechten befindet, läuft Gefahr den Boden der Kompassdose zu berühren oder sich in der Aufhängung zu verkanten. Das würde eine Messung ungenau oder gar unmöglich machen.
In den Breiten auf denen Deutschland liegt beträgt diese Abweichung aus der Waagerechten 63° bis 70° (von Süden nach Norden), die Nadel würde also ganz schön schief hängen, bei uns würde das Nordende der Nadel nach unten zeigen. Auf der Südhalbkugel wäre das ungekehrt, hier hinge das Südende der Nadel nach unten.
Die Kompasshersteller wissen das natürlich und gleichen aus, indem ein Ende der Nadel etwas schwerer konzipiert wird. So gleicht sich die Neigung aus und man kann exakt messen.
Da diese Neigung aber je nach Breitengrad variiert, funktioniert ein Kompass auch nur in dem Bereich für den er ausgelegt wurde. Versucht man nun mit einem in Europa gekauften Kompass in Australien zu messen, wird man eine böse Überraschung erleben. Denn hier würde sich die Nadel verkanten.
Aber was heißt das nun für unseren Lo Pan? Der wird in der Regel in China produziert und ist auch für dortige Breitengrade ausgelegt. Da wir uns aber auf der gleichen Halbkugel befinden wie die Chinesen sind unsere Lo Pans auch hier geeignet.
Problematisch wird es nur auf der Südhalbkugel. Ob es chinesische Lo Pans auch für dort gibt, kann ich nicht sagen. Wenn nicht, kann man ja auf einen Kartenkompass ausweichen, ein Lo Pan ist ohnehin nur ein gewöhnlicher Kompass mit einem Spickzettel.
Gerhard Zirkel
Berater für klassische Inklinationsfragen
www.feng-shui-direkt.de
Stichwörter:
Deklination,
Erdmagnetfeld,
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Kompass,
Lopan
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Sylvia schrieb am 28 April 2008 um 14:55 Uhr:
Hi Gerhard,
Ja, vor der Deklination und Inklination kommt aber die passende Artikulation, damit ich überhaupt ins Australische vordringen kann.
Im Anfang war eben doch das Wort, hilft alles nichts.
See you,
Sylvia, bei der es von Anfang an eher ein Wörterbuch war
Hallo Gerhard,
Du wirst es kaum für möglich halten, aber man kann tatsächlich den Kompass so kippen, dass sich die Nadel frei dreht – überall auf der Welt.
Das sieht dann zwar u.U. etwas komisch aus, aber es geht.
besserwisserische Grüße
Jürgen
http://www.fengshui-beratung.de
Hallo Jürgen,
ob das geht, kommt auf den Kompass und die Aufhängung der Nadel an. Wenn du den Kompass zu stark kippen musst, kann es sein, dass die Nadel nicht mehr frei schwingen kann. Dann bekommst du zwar ein Ergebnis aber kein sehr genaues.
Zudem kannst du den Lo Pan ab einer gewissen Schräglage nicht mehr ordentlich anlegen, vom Ablesen ganz zu schweigen.
nochbesserwisserische Grüße
Gerhard Zirkel
Hallo,
unter den Teilnehmern meiner Lehrgänge gibt es recht viele “Südhalbkugler”. Immer wieder taucht die Frage der Messung bzw. überhaupt der Gültigkeit von FS auf der Südhalbkugel auf. Alleine aus der Erfahrung kann ich nur sagen: bleibt den Kompass-Geräten aus der eigenen Region treu. Die Hersteller vor Ort wissen am besten, wie Kompasse zu kalibrieren sind, damit sie auch gut funktionieren. Es ist ähnlich wie mit der Nahrung: bei Regionalanbieter lebt man am gesündesten.
Viele Grüße
Hetti
Tach zusammen,
@ Hetti: Wenn Du wirklich einen Hersteller hast, der ausschließlich in Deutschland, bzw. Australien/Südamerika, fertigt und nicht aus China importiert, dann herzlichen Glückwunsch!
Ich kann aber kaum glauben, dass es z.B. in Feuerland eigene Kompasshersteller gibt. Bei allen anderen Orten auf der Südhalbkuge verläuft das Magnetfeld vernachlässigbar schräg (für Handkompasse), weil kein Ort auf der Sdhalbkugel (zumindest in den zivilisierteren Gegenden) nahe genug an den Pol kommt, um eine echte Schräglage der Nadel zu erleben. s.u.
@ Gerhard: Ich habe nicht vor, am Nord- oder Südpol zu messen. Anderswo ist es vernachlässigbar.
Meine Kompasse kommen überwiegend aus Hong Kong (~ 22° N) und funktionierten bisher überall völlig normal – d.h. ohne großartige Schräglage. Bisher konnte ich auch keine Unterschiede zu anderen Kompassen (z.B. der “Lo Pan des Westens”) feststellen. Desweiteren benuten die meisten mir bekannten in- und ausländischen Kollegen ebenfalls chinesische Kompasse – von Finnland bis Australien. Die Neigung ist so minimal und das Spiel der Nadeln so großzügig bemessen, dass ich noch von keinem etwas Nachteiliges dazu gehört hätte.
Das Thema ist echt nur für fest eingebaute (!) Kompasse auf Schiffen interessant, die Hochsee fahren und sich auch den Polarkreisen nähern.
In Australien kommt keine Stadt auch annähernd so nahe an den Polarkreis, wie z.B. Hamburg (53°N) bei uns, von skandinavischen Orten ganz zu schweigen. Melbourne, als südlichste Großstadt, liegt nur bei 43°S, so dass da das Magnetfeld noch deutlich waagerechter verläuft. Nur zum Vergleich: Das ist etwa zum Südpol genauso weit, wie Florenz (43°N) vom Nordpol entfernt ist.
Abgesehen davon haben Yap Cheng Hai und Joey Yap, genau wie der Lo Pan Shop denselben Lieferanten (Ton Ting) . Ähnlich ist es mit den meisten Kompassen anderer Meister; die sind üblicherweise von Thomson House – egal, wo diese Lehrer ihre Kompasse verkaufen.
In diesem Fall halte ich die grundsätzlich richtigen Überlegungen zur Nadelneigung insgesamt für ziemlich praxis-unrelevant.
Herzliche Grüße
Jürgen
http://www.fengshui-beratung.de
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