November 18, 2007 at 10:55
· in Kategorie Lexikon, Mythen und Legenden
Eine Anfrage eines Besuchers meiner Website hat mich auf das Thema chinesische Drachen gebracht. Immerhin sind diese Viecher die Urahnen der Chinesen, und spielen von daher in der chinesischen Mythologie eine große Rolle.
Sogar im Feng Shui gibt es Drachen, seien es nun Bergdrachen, Wasserdrachen, Drachenlinien und viele mehr.
Anders als in unserem westlichen Kulturkreis ist der chinesische Drache kein feuerspeiendes Ungeheuer, sondern ein Glückssymbol das verehrt wird. Er gilt als Urahn der Menschheit und ohne ihn wäre kein Leben möglich. Ausnahmen gibt es hier natürlich schon, so ist der schwarze Drache der Flut beispielsweise für Überschwemmungen und Stürme verantwortlich.
Rein vom Aussehen her kann man den Drachen als eine Art Wolpertinger bezeichnen (Wer nicht weis was das ist, siehe hier: http://www.br-online.de/land-und-leute/thema/wolpertinger/index.xml).
Er soll den Kopf eines Kamels bzw. Pferdes, die Augen eines Dämons oder Teufels, die Ohren eines Ochsen, das Geweih eines Hirsches, den Hals einer Schlange, den Unterleib einer Muschel, die Klauen eines Adlers, die Tatzen eines Tigers und den schuppigen Körper eines Fisches besitzen.
Die chinesische Bezeichnung für den Drachen ist “long” 龙, erste schriftliche Überlieferungen dieses Zeichens stammen aus der Shang Dynastie (16. Jahrhundert v. Chr. bis 11. Jahrhundert v. Chr.).
Der derzeit älteste archäologische Beleg für den chinesischen Drachen fand sich in einer aus der Yangshao-Kultur (5000 bis 3000 v. Chr. ) stammenden Ruine. Es handelt sich um eine Drachendarstellung aus Knochen und Muscheln.
Drachen werden in China so ziemlich für alles verantwortlich gemacht. So bestimmen sie zum Beispiel das Wetter und damit die Ernte, sie sind Begründer allen Lebens und haben die Erde damals erst bewohnbar gemacht.
Drachenerscheinungen sind in China meist Vorzeichen für glückliche Ereignisse. Vor der Geburt eines neuen Kaisers konnte man ziemlich sicher mit dergleichen Zeichen rechnen. Zudem sind Drachen ohnehin die direkten Vorfahren der chinesischen Kaiser, deshalb auch die vielen Drachendarstellungen in der Nähe der Kaiser.
Im Feng Shui ist der Drache neben Phönix, Tiger und Schildkröte eines der vier Tiere. In den Landschaftsmethoden des Feng Shui werden bestimmte Bergformationen als Drachen bezeichnet. Die fliegenden Sterne werden ebenfalls zuweilen als Drachen bezeichnet, was durchaus deren Eigensinn erklären könnte.
In der chinesischen Astrologie ist der Drache eines der zwölf Tierkreiszeichen und das Glück bringendste noch dazu. Ein im Jahre des Drachen geborenes Kind soll dessen Glück bringende Eigenschaften erhalten. In Drachenjahren gibt es daher immer einen regelrechten Babyboom in China.
Aufgrund einer in den letzten Jahrhunderten einsetzenden exzessiven Jagt auf diese Geschöpfe gilt der chinesische Drache, wie sein westliches Gegenstück als ausgestorben. Gerüchten zufolge sollen aber dennoch ein paar Exemplare überlebt haben, es geistern immer mal wieder Berichte über Sichtungen des “gemeinen Hausdrachen” durch die Medien.
Die ganze Story zum chinesischen Drachen findet sich auf meiner Website unter: http://www.feng-shui-direkt.de/html/feng_shui_legenden_drachen.html
Gerhard Zirkel
Drachenzüchter
www.feng-shui-direkt.de
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Hallo Gerhard,
mit dem Bericht auf deiner Homepage hast du ein kleines Meisterwerk hingelegt. Danke für so viel Information.
Dazu einige Anmerkungen.
Für meinen Sohn ( fast 8 Jahre alt) ist die Sache klar. Drachen und Phönix sind versteinerte Dinosaurier. Siehe auch meinen Beitrag aus dem Jahr 2006 hier im Blog, und vor allem den schönen Kommentar mit dem Link zum fliegenden Phönix.
http://www.feng-shui-blog.eu/2006/12/05/der-phoenixs-protarchaeopteryx-robusta/
Zum Zweiten finde ich erstaunlich, das auch im Westen die Mythen und Legenden über Drachen sich in Gegenden sich erhalten haben, die sehr gebirgig sind. So in Wales.
Es scheint eine gemeinsame Erfahrungssichtweise zu geben, die wachsenden Gebirgekörper mit Drachen zu vergleichen.
Oder liegt es daran, dass in diesen Gebirgen schon seit Urzeiten versteinerte riesige Knochen gefunden wurden?
Eva Wong konnte in ihrem Diavortrag sehr schön die Felsenflanken der Gebirge als Drachenbeine interpretieren.
Und selbst Drachen auf dem Meeresgrund sind bei uns in Deutschland überliefert….. sollen sie wenn sie mit ihrer Schwanzspitze sich bewegen beim Schlafen… Sturmfluten und Überschwemmungen hervorrufen. So steht es in einem alten Gedicht über den Untergang der Stadt Rungold, die wahrscheinlich in der Nordsee sich im bereich der heutigen Halligen befand.
Beides hat mit den Kräften der Erde und deren Tektonik zu tuen. Das Feuerspeien der Vulkane und der Drachen passt auch zusammen.
Gruß Sven
Hallo,
möglicherweise ist das Drachensymbol ja viel tiefer in unserem Zellgedächtnis verankert:,als vermutet,
Hier ein Text,den ich mal als Editorial fürs Feng Shui Journal verfasst habe:
“Viele allgemeine Grundregeln im Feng Shui leiten sich aus Primärbedürfnissen nach Schutz und Nahrung ab. Hatte eine Sippe einen solchen Siedlungsplatz gefunden, der Gesundheit und Wohlstand versprach, war das Weiterleben der Nachkommen und damit das Weiterleben der eigenen Erbsubstanz gesichert. Das ist es, was die sich selbst reproduzierende Informationseinheit DNS in Form von zwei „Schlangen“ seit ihrer Ankunft hier beabsichtigt. Existieren diese Drachen wirklich, oder ist es so wie in dem englischen Kinderlied, wo Puff, der mächtige Drache, nur solange voller Stolz in der irischen See lebt, wie der kleine Junge, der mit ihm spielt, jung genug ist, an ihn zu glauben? In der Feng-Shui Literatur begegnen sie uns ständig: Da ist von Drachenlinien, Drachpfaden, Wasser- und Bergdrachen die Rede, ob blau, grün oder gar regenbogenfarben. Man jagt ihn, fängt oder zähmt ihn, macht ihn sich dienstbar.
Die tiefere seelische Faszination, die diese Reptilien seit Alters her bis heute ausüben, sowohl als Bedrohung oder als vergötterte Wesen, ist mindestens genauso mysteriös wie die Wesen selbst.
Aus einem Buch über Schamanen ist mir in Erinnerung, dass der Schüler, nach seinen Erfahrungen in der Trance gefragt, erzählt, ihm seien geflügelte Echsen begegnet
Was haben sie gesagt ? fragt ihn sein Lehrer. Sie behaupten, dass sie die Herren der Welt seien, worauf ihn der Schamane beruhigt: Mach dir nichts draus, das sagen die immer. Was hinter dieser Bemerkung steckte, erschloss sich mir durch ein Buch, auf das ich in diesem Sommer stieß: kosmische Schlange von Jeremy Narby. Er beschreibt, wie er durch seine anthropologischen Forschungen bei einem Indiostamm am Amazonas erstaunliche Übereinstimmungen zwischen schamanischen Erfahrungen und molekularbiologischen Einsichten entdeckte. Vorher Unvereinbares fügte sich zusammen, Metaphysik und rationale Wissenschaft, biologische Forschung und uralte schamanische Erfahrung. Die Indioschamanen sprachen von der Kommunikation mit den Ahnengeistern, die dem Adepten in Form von schillernden Echsenwesen in gesteuerter Drogentrance erscheinen.
Was ist aber hier das Gemeinsame, mit wem wird letztendlich gesprochen? Kommunizieren wir etwa mit dem, was alles Leben hier auf der Erde, vielleicht sogar im ganzen Universum verbindet mit der sich selbst reproduzierenden Erbsubstanz, DNS (Desoxyribonukleinsäure) genannt, deren Form die beiden Forscher Watson und Crick als sich umeinander windende Doppelspirale entdeckt haben?
Betrachtet man Bilder aus verschiedenen Kulturkreisen, z.B. die Midgard Schlange, die sich in den Schwanz beißt, oder das abstrakte, Ihnen allen bekannte Yin-Yang-Symbol, und vergleicht sie mit Abbildungen der Erbsubstanz, drängt sich einem die essenzielle Ähnlichkeit auf. Sind letztendlich diese kleinen (oder großen) echsenartigen Wesen, die in vielen Kulturen als unsere Ahnen oder gar die Herren der Welt bezeichnet werden, nichts anderes als die Erbsubstanz, die all unser Wissen in einer unendlich genauen Datenbank gespeichert hat, die die Kundigen der Völker, dazu gehörten auch die Feng-Shui Kundigen, abrufen konnten und können und der die Wissenschaft von heute mit ihren Methoden ebenfalls immer näher kommt?
Russische Wissenschaftler fanden heraus, dass das Erbmaterial in der Zelle, das nicht zur Reproduktion gebraucht wird, kein Datenmüll ist, wie bisher angenommen, sondern einem linguistischen Code folgt. Hier ist sie wieder, die Kommunikation mit den Ahnen. Und bei Code fällt mir sofort der wohl älteste Code der Welt ein: das Yijing, dessen 64 Hexagramme nicht von ungefähr mit der Anzahl der DNS-Basenpaare übereinstimmen. ”
Ich kann auch noch zwei Bücher zu dem Thema empfehlen:
zunächst das oben genannte von Jeremy Narby:”Die kosmische Schlange”,dtv und das ultimative Drachen versteh Buch von Josef Guter:”Drachen, Ungeheuer und Glücksbringer”,das sich sowohl mit der westlichen als auch der östlichen Tradition intensiv befasst.
Noch zwei wichtige Details:In den meisten Fantasie Büchern sind Drachen weiblich und vermehren sich parthogenetisch,sodass sie auch immer weibliche Nachkommen haben.
2. Sie heißen auch Lindwürmer.was ja nicht zu ihrem Wesen passt..
.Schöne Grüße von der Darchenversteherin
M
Da scheine ich mit meiner Drachnstory genau ins Schwarze getroffen zu haben.
@Sven:
Danke für die Blumen.
@Marianne:
Du hast es geschafft, einen Kommentar zu verfassen der länger ist als mein Artikel
Die genannten Bücher gibt es natürlich bei Amazon (Werbung):
Die kosmische Schlange
Drachen
Gerhard Zirkel
Rulavin schrieb am 18 November 2007 um 17:53 Uhr:
Ich freue mich, dass der Drachen mal aufgegriffen wurde, denn so oft sieht man ihn auf Körpern tätowiert, da blieb bei mir immer die Frage offen, wofür er eigentlich steht.
sylvia schrieb am 19 November 2007 um 08:26 Uhr:
Wiener Drachenbaby – oder wo Drache draufsteht ist nicht immer Drache drin
Mir gefällt die üppige Information durch die Drachenwelt.
In Wien erblickte vor nicht allzu langer Zeit FU LONG das Licht der Welt, was soviel wie “glücklicher Drache” bedeuted.
Ganz Österreich hat diesen Namen via Internet ausgesucht.
Fu Long wohnt im Wiener Tiergarten in Shcönbrunn, hat seine Wurzeln in China und ist der süßeste Drache, den man sich vorstellen kann.
Angucken könnt ihr ihn unter: http://www.zoovienna.at
Also, er ist ein Pandababy, so eine Art Knut reloaded.
Liebe Grüße aus Wien
Grisu
conny schrieb am 20 November 2007 um 11:42 Uhr:
Wikipedia hat auch noch etwas Nettes zum Thema:
htt://de.wikipedia.org/wiki/Tatzelwurm_(Fabeltier)
Grüße aus der Prignitz
Conny
[...] stärkste Raubtier” – hier kann nur der Drache gemeint sein oder der Tiger (Ist ein Drache überhaupt ein Raubtier?). [...]
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