Das Wort zum Sonntag – Feng Shui für Straßen

Fast direkt vor meiner Haustüre (nur zwei Ecken weiter) verläuft die Münchener Straße in Germering. Ursprünglich eine stark befahrene Durchgangsstraße, nicht schön, aber zweckmäßig.

Seit einiger Zeit gibt es in der Nähe ein weiteres Teilstück des Autobahnringes A99, der fast um ganz München herumführt. Die Münchener Straße hat ihre Bedeutung als Durchgangsstraße dadurch mehr oder weniger verloren.

Was liegt also näher, als die ursprünglich kerzengerade verlaufende Straße, Feng-Shui-Mäßig zu gestalten. Natürlich würde die Stadtverwaltung das niemals zugeben, aber der erfahrene Feng Shui Experte sieht es natürlich sofort.

Wie das Qi in einem langen, geraden Gang mittels geschickt platzierter Möbelstücke in mäandernde Formen gelenkt wird, lässt sich auch der Verkehr einer geraden Straße auf diese Weise lenken. Natürlich nicht durch Möbel, sondern durch Verkehrsinseln, Parkbuchten und Bäume.

Aus der ursprünglich geraden, nicht schönen aber praktischen Durchgangsstraße wurde auf diese Weise ein wunderschön mäandernder Qi- nein, Verkehrsstrom.

So schön das für uns Feng Shui Praktiker auch sein mag, so nervenaufreibend ist das für den Autofahrer. Muss er doch jetzt bei jedem entgegenkommenden Linienbus um seine Außenspiegel fürchten.

Bei der Festlegung des Abstandes der Verkehrsinseln wurde nämlich scheinbar auf Denken verzichtet und so sind sie in einer Art Hindernisparkuhr derart eng angelegt, dass an ein entspanntes Fahren nicht mehr zu denken ist. Aber dafür kann man die Höchstgeschwindigkeit ja auf 40 km/h begrenzen – dann ist der Schaden wenigstens nicht gar so hoch, sollte man doch mal eine der Inseln übersehen.

Vielleicht ist in die Planung doch nicht so viel Feng Shui eingeflossen, wie auf den ersten Blick vermutet. Machen die vielen Inseln und Buchten beim Durchfahren doch eher den Eindruck von Gerümpel. Vielleicht sollte man die Germeringer Stadtverwaltung mal auf unseren Blog hinweisen und Hedwig dazu überreden, einen Podcast zum Thema “Straßenentrümpelung” aufzunehmen. Das wäre sicherlich noch an manch anderer Stelle in Deutschlands Straßennetz anwendbar.

Wer Details zur Münchener Straße wissen will (aber wer will das schon?), bekommt diese unter http://www.germering.de/Stadtakt/bauamt.htm

Der Verkehr ist übrigens trotzdem nicht weniger geworden. Alle die vorher hier gefahren sind müssen das entweder oder müssen es nicht, tun es aber trotzdem – die Macht der Gewohnheit ist halt nur schwer zu überwinden.

Fazit (wie der Bayer sagen würde): ned schee, aba seltn

Gerhard Zirkel
Autofahrer
www.feng-shui-direkt.de

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3 Kommentare »

  Sven Christeleit schrieb am 25 März 2007 um 10:06 Uhr:

Hallo Gerhard,

die neusten Ansätze zur Verkehrsberuhigung stammen aus Holland. Dort wird an Unfallschwerpunkten in der Stadt ganz auf eine Reglementierung verzichtet und selbst auf die Grundsätze einer jeden Verkehrsplanung ( die Unterscheidung Fahrbahn – Gehweg- Radweg) verzichtet.
Was guckst du…. bekommt eine neue Qualität, jeder fährt automatisch langsamer, kreatives Chaos statt Schilderwut.
Ob gerade die Bayern dieses Konzept übernehmen werden ist natürlich fraglich. Bekanntlich kann der Bayer ja nicht bis Holland gucken. Aus meiner Zeit als ich noch in Bayern lebte , so kann ich mich erinnern, konnte der gemeine Oberbayer ( also vom Standpunkt Kiefersfelden/ Oberaudorf aus gesehen) gerade mal bis Rosenheim gucken. München war eigentlich schon zu weit weg und den Rest gab es gar nicht.

Pfüirt di, Servus und habe die Ehre
Sven

  Gerhard Zirkel schrieb am 25 März 2007 um 12:54 Uhr:

Hallo Sven,

ich denke der Durchschittsdeutsche wäre mit einem derartigen Chaossystem mächtig überfordert, obwohl zumindest die Radfahrer in München seit langem solch ein System praktizieren. Radweg? Fahrbahn? Fußweg? – egal, hauptsache quer durch.

Im Übrigen kann man von München aus sehr viele Holländer sehen. man muss sich nur zur Urlaubszeit an der A8 Richtung Süden platzieren und sieht Holländer im Sekundentakt. Das hat dann meist auch einen Hauch von Chaos.

Gerhard

  Sven Christeleit schrieb am 25 März 2007 um 13:26 Uhr:

Hallo Gerhard,

unterschätze nicht den Durchschnittsdeutschen. Im Zweifel ist man damit immer selbst gemeint. Das System des Verkehrchaos zur Verminderung von Cha Chi im mobilen Miteinander wird mit Erfolg seit Jahren in einer Norddeutschen Stadt ausprobiert, die das holländische System übernommen haben.

Grüße
Sven

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